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Polyester

Polyester sind Polymere mit Esterfunktionen –[–CO–O–]– in ihrer Hauptkette. Zwar kommen auch in der Natur Polyester vor, doch heute versteht man unter Polyester eher eine große Familie synthetischer Polymere (Kunststoffe), zu denen die viel verwendeten Polycarbonate (PC) und vor allem das technisch wichtige, thermoplastische Polyethylenterephthalat (PET) gehören.
Der erste synthetische Polyester Glycerinphthalat wurde im Ersten Weltkrieg als Imprägnierungsmittel verwendet. Natürliche Polyester sind seit etwa 1830 bekannt.

Anwendungen

• Fasern (auch Mikrofasern) für Textilien und Vliesstoffe
• Eine Faser ist ein im Verhältnis zu seiner Länge dünnes und flexibles Gebilde, das aus einem Faserstoff besteht. Um im technischen Bereich von einer Faser zu sprechen, sollte das Verhältnis von Länge zu Durchmesser mindestens zwischen 3:1 und 10:1 liegen; für viele textile Anwendungen liegt es bei über 1000:1. [1] Fasern können in Längsrichtung keine Druck-, sondern nur Zugkräfte aufnehmen, da sie bei Druckbelastung knicken. In der Natur und in der Technik kommen Fasern meist in einem größeren Verbund vor.
• Fasern unterscheiden sich von Drähten und Stäbchen insbesondere durch ihre geringere Größe und Durchmesser sowie ihre mangelnde Knicksteifigkeit.


Eigenschaften
Fasern besitzen neben dem charakteristischen Längen-Durchmesser-Verhältnis eine Anisotropie (Ungleichheit in den drei Raumdimensionen) der mechanischen Eigenschaften, d. h. eine Faser ist beispielsweise in ihrer Längsrichtung unterschiedlich dehnbar im Vergleich zur Querrichtung. Bei mehreren verdrehten Fasern zeigt sich entlang der Längsrichtung eine Synergie der mechanischen Eigenschaften, z. B. erhöht sich durch das Spinnen die Zugfestigkeit des Faserbündels über die Summe der Zugfestigkeiten der einzelnen Fasern hinaus. Durch das Längen-Durchmesser-Verhältnis sind die meisten Fasern flexibel. [2][3]

Einteilung
Fasern werden aufgrund ihres jeweiligen Ursprungs in Naturfasern und Chemiefasern eingeteilt. Fasern sehr großer, praktisch unbegrenzter Länge heißen Filamente, dagegen werden Fasern begrenzter Länge als Spinnfasern bezeichnet. Spinnfasern teilen sich wiederum in tatsächlich verspinnbare Stapelfasern und sehr kurze Flockfasern, die Grenze liegt bei circa 15 mm.

Naturfasern
Als Naturfasern werden alle Textilfasern und Faserwerkstoffe bezeichnet, die ohne chemische Veränderung aus pflanzlichem und tierischem Material gewonnen werden. Sie sind damit abzugrenzen von Chemiefasern („Kunstfasern“), die synthetisch hergestellt werden. Regeneratfasern wie Bambusviskose oder Lyocell sind keine Naturfasern. Auch die relativ kurzen Holzfasern werden – nicht zuletzt auch wegen ihrer mengenmäßigen Bedeutung – gesondert betrachtet.
Naturfasern können organischen (pflanzlich oder tierisch) oder anorganischen Ursprungs (mineralisch) sein.

Fasern aus synthetischen Polymeren

• Polykondensationsfasern
o Polyester (PES), meist Polyethylenterephthalat (PET), Handelsnamen Diolen, Trevira etc., zeigen vielseitige Eigenschaften und nehmen deshalb eine Spitzenposition unter den synthetischen Fasern ein. Die Polyesterfaser ist sehr reiß- und scheuerfest und nimmt kaum Feuchtigkeit auf.

Erzeugung
Die größten Chemiefaserproduzenten
Das bedeutendste Herstellerland von Chemiefasern ist mit großem Abstand China, gefolgt von Taiwan und den USA. In Europa sind Deutschland und Italien die wichtigsten Produzenten.

Einzelnachweise
1. Anton Schenek, Andrea Lindner (Hrsg.): LEXIKON Garne und Zwirne: Eigenschaften und Herstellung textiler Fäden. EDITION TEXTIL melliand. 1. Auflage. Deutscher Fachverlag GmbH, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3871508101, S. 149, DNB 97723262X (572 Seiten, Taschenbuch).
2. A. R. Bunsell, P. Schwartz: Handbook of Tensile Properties of Textile and Technical Fibres (Woodhead Publishing in Textiles), Woodhead 2008, ISBN 978-1439801451.
3. A. R. Horrocks, S. C. Anand: Handbook of Technical Textiles., CRC 2000, ISBN 978-0849310478.




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